| 3./4. September 2005 - Clubweekend im Bündnerland |
Pünktlich um 08.00h besammelten sich 16 lustige Wandervögel im Kaffee bei Kurt. Bei lockerer Stimmung versuchten schon die ersten zu erraten, wohin es gehen könnte. Heidi und Kusi, die Organisatoren, liessen sich Zeit und erklärten kurz vor neun, dass wir am Volks-OL in Chur teilnehmen werden. Die lockere Stimmung spannte sich allmählich an und alsbald die OL-Startnummern verteilt wurden und die Startliste zirkulierte, erkannte Rolf den Ernst der Lage und schien nicht besonders glücklich über seine Anmeldung an diesen Event zu sein… Die meisten waren überrascht, auch Sportsmann Mischa missfiel der Gedanke an einen Orientierungslauf sichtlich. Heidi beruhigte uns. Es sei ein Plausch-OL und nicht so streng. Disziplin: Globi-OL Um rechtzeitig starten zu können, fuhren wir nach Chur, bekleideten uns so ähnlich wie OL-Läufer dies zu tun pflegen und machten uns ganz nach dem Motto: ‚Hauptsache du trägst eine Nummer’, an den ominösen Startplatz. Wir folgten Kusi in die Brambrüesch Bahn, die uns auf 1600m. ü. M. brachte. Eine herrliche Flora mit Magerwiesen, speziellen Stauden und Sträuchern und ein gewaltiges Panorama mit Hügeln und Steinen empfing uns auf der Hochebene Brambrüesch. Eine nette Wanderdame machte einige Fotos von uns OL-Läufern, ehe wir uns Richtung Startplatz begaben. Die Hochebene hielt sich nicht lange; schon nach wenigen Minuten kraxelten wir eine steile Strasse hinauf. Aus unserer kompakten Gruppe wurde eine lange, verstückelte Schlange motivierter Orientierungsläufer. Nach zehn Minuten Anstrengung dann ein erster Lichtblick hinsichtlich der noch unbekannten Strapazen des Tages: Eine Gartenbeiz mit der Information „letzte Tankstelle“ anerbot sich uns. Da konnte nicht mal Kusi widerstehen. Wir löschten unseren Durst und erkundigten uns bei dieser Gelegenheit auch beim Wirt, bezüglich des OL-Starts. Dieser hob erstaunt seine Augenbrauen, fragte noch seine Frau aber auch dies half nichts. Das Wirtepaar hatte keine Ahnung, wo dieser stattfinden könnte. Gegen Mittag verliessen wir die Beiz, marschierten kurz auf der geteerten Strasse weiter und bogen bald auf einen Bergwanderweg ab. Dieser führte uns zuerst durch einen Fichtenwald, später säumten aber nur noch einige Bergsträucher den Weg. An einem friedlichen Platz machten wir Mittagspause. Derweil es sich die meisten auf der nassen Wiese bequem zu machen schienen, entzündete ich ein herrliches Feuer, auf dem ich mein Fleisch briet. Es war nicht ganz einfach, unter Einfluss fünfzehn neidischer Blicke ein solch knuspriges und doch saftiges Stück Fleisch geniessen zu dürfen. Als alle satt waren, liefen wir weiter und verliessen bald die subalpine Gebirgsstufe, welche sich in der nördlichen Hemisphäre durch die Baumgrenze (ca. 1800m. ü. M.) definiert. Da der Tag sonnig war, konnten wir ein prächtiges Panorama geniessen, von dem auch auf dem Informationsblatt des Ausflugs die Rede war. Kusi marschierte strammen Schrittes voran und führte uns nicht wie erwartet an den OL-Start, sondern an die Rodelbahn Pradaschier oberhalb von Churwalden. Ob es einfach daran lag, dass Kusi sich verlaufen hatte oder ob es geplant war, spielte zumindest für Pädi keine Rolle. Er erfreute sich nämlich sofort an den kleinen, Trüffel suchenden Ferkeln vor der Rodelbahn. Jede Person konnte zweimal die längste Rodelbahn der Schweiz auskosten. Dies war ein Heidenspass. René fuhr allem Anschein nach so schnell, dass er seinen Sonnenhut, den er extra verkehrt herum angezogen hatte, während der Fahrt verlor. Er muss sich verfolgt vorgekommen sein und lange zurückgeschaut haben… anders kann sogar ich mir dieses Missgeschick nicht erklären. In ähnlich rasantem Tempo ist auch ‚Rolf die Rakete’ talwärts gebraust. Obwohl zwischen mir und Rolf zwei weitere Rodler waren und diese jeweils zwischen 2 und 3 Minuten gewartet haben (bei einer durchschnittlichen Fahrtlänge von 4 min) sind Rolf und ich praktisch gleichzeitig am Ende angekommen. Nach dem Rodeln und nach einem oder zwei weiteren Beizen, fuhren wir mit dem Postauto nach Chur zurück. In Chur mussten wir etwa fünf Minuten zu Fuss zu den Autos zurückgehen. Auf dieser kurzen Strecke wurde mir auch klar, weswegen Luki, der zur Zeit in Chur die RS macht, den Ausgang resp. FAK-Ausgang so toll findet… Mit dem Auto ging es weiter nach Wergenstein, ein lauschiges Örtchen in der Nähe von Zillis. Auf 1500 m. ü. M. empfing uns Christof, der Hotelbesitzer, im Piz Vizan. Die Zimmer wurden bezogen und kurze Zeit später war aufgetischt: Es gab für alle das Fleischmenü. Umrahmt von lustiger Pianomusik und einem ad hoc Neuheimerchörli, seitens unserer älteren Mitgliederinnen, liessen wir es uns schmecken. Gegen Abend besetzten wir die Kegelbahn und Kusi versuchte sich als Barkeeper. Es gab noch zwei Aufgaben zu bewältigen. Erstens: Jede Person musste mit fünf Schüssen möglichst viele Kegel umschiessen. Zweitens: Jede Person musste mit möglichst wenig Schlägen einen Nagel im der spitzen Seite des Hammers in einen Holzklotz hauen. „Hau den Lukas“ (Mirjams Freund) war, nomen est omen, bester Nagler des Abends. Gegen Mitternacht wurde auch noch gemordet (es wird Nacht in Palermo, die Waldkeuze rufen durch die Nacht sich zu und die Mörder erwachen…) Zita, die erst am Abend zu uns gestossen ist, verhielt sich meistens sehr verdächtig, weshalb wir andern sie jeweils schnell als Täterin entlarven konnten. Der nächste Morgen war wieder sonnengesäumt. Nach dem Frühstück gingen die Aufgaben des letzten Abends weiter. Es gab noch ein Quiz über Steinböcke, ein Tastspiel mit Bergfellen, einen Weitsprung aus dem Stand, den ich souverän gewonnen habe und ein Töggeliturnier. Diese Disziplinen zählten für den Wettbewerb, den Kusi und Heidi für uns organisiert hatten. Am Schluss hat Lukas vor Pädi und mir gewonnen. Herzliche Gratulation. Als Sieger durfte Lukas zwei Glückslose ziehen. Die Gewinner hiessen Pädi und Rolf. Sie werden den nächsten Clubausflug organisieren. Darauf freue ich mich jetzt schon. Gegen Mittag verliessen wir Wergenstein. Auf dem Weg schauten wir uns die Viamalaschlucht an, fuhren nach Mels, Mols, Mollis oder wo auch immer, assen und tranken etwas, bevor wir unsere Reise auf dem Parkplatz in Neuheim beendeten. Auch Rolf sah wieder zufrieden aus, es hat sich bestimmt auch für ihn gelohnt. P.S. Anuj, du kannst deine OL-Nummer jetzt wegnehmen. Urban Lim |